Cienfuegos

Heute wollten wir noch einmal das gute Wetter nutzen, bevor wir uns die nächsten Tage mit Wind und Regen abfinden müssen. Zum Frühstück gab es Pfannkuchen, Rührei, Obst, ein Stück Kuchen und Zwieback. Danach gingen wir zu Fuß von Punta Gorda (der kleinen Landzunge, wo sich unser Hostel befindet) ins Zentrum. Wir brauchten ca. 30 Minuten, wer also lieber schnell in der Stadt sein möchte, sollte sich ein Casa nahe der Altstadt suchen. Uns war Aussicht und Ruhe jedoch wichtiger.

Als erstes buchten wir unser Ticket für den Viazul, der uns morgen früh um 8h innerhalb von 1,5 Std. nach Trinidad fahren sollte (6 Cuc pro Person). Aufgrund eines Stromausfalls mussten wir allerdings eine halbe Stunde warten, bis wir unsere Tickets buchen konnten. Vorsichtshalber fragten wir noch mal nach, ob es überhaupt möglich ist, aufgrund von Irma morgen nach Trinidad zu fahren. Dies sollte zum jetzigen Zeitpunkt jedoch kein Problem sein.

In einem Supermarkt kauften wir für 2,40 Cuc zwei 1,5 L Flaschen Wasser und machten uns auf den Weg in die Altstadt. Vom Paseo del Prado ist es ab der Avenida 54 nicht mehr weit. An einem kleinen Park liegen die Sehenswürdigkeiten Teatro Tomás Terry (2 Cuc pro Person, schönes altes Theater mit drei Logen), die Catedral Purisima Concepcion, das Museo Provincial und der Palacio Ferrer, dessen Aussichtsturm leider geschlossen war. In einem nationalen Supermarkt kauften wir zwei erfrischende Dosen Fanta (Ciego Montero Naranja) für 1 Cuc. Eigentlich konnte man hier nur mit cubanischen Pesos bezahlen, allerdings war eine Dame neben mir so nett dies für mich zu übernehmen. An einem Straßenstand kauften wir für 15 Pesos bzw. 1 Cuc minus 5 Pesos Rückgeld eine Ananas.

Cienfuegos ist sehr sauber und eine angenehme Stadt. Man erreicht viele Orte schnell zu Fuß, für weitere Strecken kann man (zum Beispiel von der Altstadt zum Punta Gorda, 5 Cuc) ein Triciclet in Anspruch nehmen.

Wieder im Casa bereitete uns der Koch zwei fabelhafte Sandwiches oder auch Emparedados zu. Gestärkt machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Hotel nebenan, um endlich mal wieder online zu gehen. Für 2 Cuc pro Karte kann man für 1 Stunde dank Etecsa das cubanische Wifi nutzen. Wir wussten nicht, ob der jetzt eintreffende Schauer schon ein Ausläufer des Hurricanes ist oder der übliche Wahnsinn der Regenzeit. Pünktlich zum Abendessen hörte der Schauer auf. Heute gab es Fisch und Scampis. Und unglaublich viele Fliegen, die um unseren Tisch herumflogen. So langsam zog doch wieder ein Gewitter auf. Wir hatten einen kurzen Stromausfall, was uns nicht weiter beunruhigte, da dieser ja normal auf Cuba ist. Unsere Klimaanlage funktionierte jedoch noch. Nach einer Stunde fragten wir mal beim Gastgeber nach. Es war wohl nur eine Sicherung rausgesprungen, denn sonst war überall Licht. 😄

Weil es doch immer stürmischer wurde und etwas Wasser unter unserer Tür herlief, legten wir ein Handtuch von innen davor. Unser Gastgeber brachte uns noch zwei Kerzen und Streichhölzer, weil er nicht wusste, ob es heut Nacht evtl einen Stromausfall geben würde. Außerdem teilte er uns mit, dass morgen gegen 12 Uhr der Hurricane an uns vorbeizieht und dass er davon ausgeht, dass wir vorher sicher nach Trinidad kommen. Mittlerweile regnet es ununterbrochen und das Handtuch reicht nicht mehr aus. Die Fenster und Türen haben hier keine Dichtung, keine Glasscheiben, sondern nur Holzlamellen von außen und Fensterläden von innen. Alles nicht ganz so stabil, wie wir es aus Deutschland kennen und man möchte ja eigentlich meinen, dass die Cubaner regensicher bauen. Mit zwei schweren Holzstühlen, einem Türkeil und Drahtkleiderbügeln haben wir alles festgeklemmt. 

Gute Nacht 😅

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