Ab auf die Südinsel

Vom Wai-O-Tapu Gebiet ging es für uns in den Nordwesten. Eigentlich hatten wir dieses Ziel gestrichen, da es überlaufen und zu teuer ist, aber aufgrund des Wetters schien es uns dennoch eine der besseren Optionen zu sein: die Waitomo Caves.

Nach 2,5 Std Fahrt erreichten wir den Waitomo Top 10 Holiday Park. Es nieselte ein wenig, also kochten wir eine Bolognese im Camper und ich buchte für den folgenden Tag eine Tour durch die Glühwürmchen Höhle. Für 80$ (40€) ging es früh morgens in 50 Minuten zu Fuß mit Guide durch mehrere weiße Tropfsteinhöhlen. Sobald wir im Dunkeln waren, sahen wir viele blau leuchtende Punkte über uns. In einer etwas flacheren Höhle strahlte der Guide mit einer Taschenlampe seitlich an die Stalaktiten, sodass man die langen Fäden sah, mit denen sie ihr Futter fingen. Die Fäden können bis zu 5 Meter lang werden und die Würmchen selbst ca 10 cm bis sie nach 9 Monaten zu Schmetterlingen werden und nach 3 weiteren Monaten sterben.

Am Ende der Tour ging es für 10 Minuten in ein kleines Boot und wir betrachteten die Glühwürmchen direkt neben uns. Am Ende durften wir ein paar Fotos machen, allerdings war das vom schwimmenden Boot im Dunklen gar nicht so einfach. Letztendlich war ich froh die Chance gehabt zu haben diese kleinen Geschöpfe leuchten zu sehen, auch wenn es sicher sehr touristisch war.

Währenddessen waren wir in Kontakt mit unserem Vermieter, weil unsere Hausbatterie im Wohnmobil versagte. Dieser schickte uns nach New Plymouth zu einer Werkstatt, wo wir tatsächlich eine neue Batterie eingebaut bekamen. Wir verbrachten die Nacht dort auf dem Top 10 Holiday Park (das ist übrigens eine Kette, falls sich jemand gefragt hat), machten Wäsche und kochten wieder was im Camper. Der Ort wird geprägt vom aktiven Vulkan Taranaki, von dem durchschnittlich alle 500 Jahre ein großer Ausbruch und alle 90 Jahre ein kleinerer Ausbruch ausgeht. Es wäre wohl wieder Zeit, denn der letzte Ausbruch fand 1854 statt und der letzte große 1655. Er versteckte sich hinter den Wolken und blieb während unseres Besuchs jedoch ganz ruhig. 😉

Am nächsten Tag hielten wir an einem Café in der Nähe von Eggmont Village, hatten eine tolle Sicht auf den Vulkan (weiterhin war die Spitze in den Wolken) und ein sehr gutes Mittagessen. Danach ging es weiter an den Strand von Whanganui, wo wir auf einem freien Stellplatz übernachten wollten. Am Nachmittag machten wir noch einen Spaziergang am schwarzen Sandstrand, wo die Einheimischen angelten, badeten und mit Motocross die Dünen hinunterjagten. Zurück am Camper nutzten wir einmal die Wasserpumpe und schon war unsere Batterie wieder leer. Wie kann das sein? Jetzt hieß es: Auf eine kalte Nacht einstellen. Zum Glück hatten wir Wolldecken und Merinokleidung dabei und auch Mats konnten wir gut warm halten. Dennoch waren wir natürlich extrem enttäuscht und hatten uns das Ganze etwas anders vorgestellt.

Außerdem waren wir noch hin und hergerissen (Fomo!), ob wir nicht doch wieder einen Schlenker zum Tongariro Nationalpark machen sollten. Das Wetter dort war immer noch nicht optimal, aber okay. Allerdings hätten wir jeweils alleine wandern müssen und meine Höhenangst ließ mich zweifeln, denn es hieß nicht umsonst „Tongariro Alpine Crossing“: An einer Stelle hätte man steiles, loses Vulkangeröll überqueren müssen, um die Sicht auf die berühmten türkisfarbenen Seen zu erhaschen. Hinzu kam starker Wind und Kälte und das alles ohne meine mentale Stärkung neben mir. Daher hakten wir das Thema ab und verschoben es auf „vielleicht ein anderes Mal“.

Wir fuhren weiter bis nach Wellington, hielten zwischendurch im Café Hi Mate! für ein Mittagessen und übernachteten also wieder auf einer powered Camp Site im Top 10 Holidaypark. Am nächsten Morgen nahmen wir die 3,5 stündige Fähre nach Picton und erreichten damit die Südinsel. Es war Montag und dank des Flextickets waren wir somit 5 Tage eher auf der Südinsel als geplant.

Die Fährfahrt war sehr angenehm und endete im Queen Charlotte Sound. Die grünen Berge um uns herum strahlten, zwischendurch sah man kleine Strandabschnitte. In Picton angekommen, kauften wir kurz ein und fuhren dann die sehenswerte Küstenstraße „Queen Charlotte Drive“ bis nach Havelock, wo wir erneut auf einem Campingplatz eincheckten, da der Wohnmobil-Vermieter uns eine Checkliste geschickt hatte, wie wir die Batterie prüfen sollten. Danach war klar: Irgendwo gab es einen Fehler und wir mussten am nächsten Tag erneut eine Werkstatt aufsuchen.

Den Morgen verbrachten wir aber erstmal mit einer schönen, dschungelartigen Wanderung am Cullen Loop Track, von wo aus wir neben dem Malborough Sound (Fjord) sogar einen Berg mit Schneespitze sahen. Danach hielten wir an der Pelorus Bridge, gingen einmal hinunter zum Fluss und fuhren dann bis nach Nelson, wo wir den Werkstatttermin hatten. Der Mechaniker prüfte diesmal ausführlich, wo das Problem liegen könnte. Auch dieses Mal bekamen wir eine neue Batterie, aber er meinte auch, er hätte noch den „Low Volt“ Zwischenschalter ausgebaut, da dieser kaputt war und wäre sich ziemlich sicher, dass nun alles funktioniert.

Zum Mittag gab es diesmal Fish‘n‘Chips und ChickenWings im Smugglers Pub und anschließend ging es zum Tahuna Beach Holidaypark. Dort verbrachten wir sogar 3 Nächte, weil eine Schlechtwetterfront auf uns zu kam. Ein bisschen runterkommen tat uns allen aber ganz gut, außerdem nutzten wir auch die Zeit zum Waschen und Baby Baden.

Ob wir das schlechte Wetter hinter uns lassen konnten, verraten wir im nächsten Bericht.

Glühwürmchen
Café mit Aussicht
Taranaki Vulkan
Stellplatz Whanganui
Tschüss Nordinsel
Hallo Südinsel
Ausblick vom Queen Charlotte Drive
Cullen Loop Track
Perlorus Bridge Reserve
Nelson, Tahuna Beach
Ausblick aus unserem Camper vom Nelson Campingplatz aus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert